Warum nimmt heutzutage niemand mehr niedrig dosiertes Aspirin zur Vorbeugung von Herzkrankheiten?

Warum nimmt heutzutage niemand mehr niedrig dosiertes Aspirin zur Vorbeugung von Herzkrankheiten?

Jahrzehntelang nahmen viele ältere Erwachsene täglich eine niedrig dosierte Aspirintablette ein, um ihr Risiko für Herzinfarkt und Herzerkrankungen im Allgemeinen zu senken. Die Idee dahinter war, dass niedrig dosiertes Aspirin die Blutplättchen weniger klebrig macht und so theoretisch Verstopfungen in den Arterien verhindern kann, die zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können, erklärt Dr. Kevin Shah, Kardiologe und Leiter des Programms für Herzinsuffizienz-Beratung am MemorialCare Heart & Vascular Institute des Long Beach Medical Center in Long Beach, Kalifornien.

Neuere wissenschaftliche Daten deuten jedoch darauf hin, dass dies nicht für jeden die beste Methode ist. Daher haben viele Menschen diese gängige Praxis aufgegeben.

Neue Daten des Forschungsunternehmens Epic Research, das sich mit elektronischen Patientenakten befasst, zeigen, dass die Einnahme von niedrig dosiertem Aspirin zur Senkung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen seit 2018 von 7,2 auf 3,2 Prozent (rund 57 Prozent) zurückgegangen ist. Einige Menschen nehmen es zwar immer noch ein – laut dem Bericht sind 5,7 Prozent der Erwachsenen ab 80 Jahren die größten Anwender –, doch diese einst gängige Praxis ist allgemein deutlich in Ungnade gefallen.

Warum ist das so und wer könnte noch davon profitieren? Kardiologen geben Antworten.

Lernen Sie die Experten kennen: Jim Liu, MD, Kardiologe am Wexner Medical Center der Ohio State University; Aeshita Dwivedi, MD, Kardiologin am Lenox Hill Hospital von Northwell; Corey Bradley, MD, Kardiologe am New York-Presbyterian/Columbia University Irving Medical Center. Kevin Shah, MD, Kardiologe und Programmleiter für Herzinsuffizienz-Beratung am MemorialCare Heart & Vascular Institute des Long Beach Medical Center in Long Beach, Kalifornien

Was ergab der Bericht?
Für den Bericht analysierten Forscher Daten von 279 Millionen Hausarztbesuchen, die zwischen 2015 und 2025 bei Erwachsenen ab 40 Jahren stattfanden. Ausgeschlossen wurden Patienten, die Aspirin aufgrund einer anderen Erkrankung wie koronarer Herzkrankheit, eines vorangegangenen Schlaganfalls oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit einnahmen.

Nach Auswertung der Daten stellten die Forscher fest, dass der Anteil der Besuche, bei denen niedrig dosiertes Aspirin auf der Medikamentenliste stand, von einem Höchstwert von 7,4 Prozent Mitte 2018 auf 3,2 Prozent bis Ende 2025 sank. Dieser Rückgang hält seit 2018 kontinuierlich an.

Was sagen die Empfehlungen?
Die Empfehlungen zur Einnahme von niedrig dosiertem Aspirin zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben sich im letzten Jahrzehnt stark verändert.

Im Jahr 2016 sprach die U.S. Preventive Services Task Force (USPSTF) eine Empfehlung der Kategorie „B“ für Erwachsene im Alter von 50 bis 59 Jahren mit einem 10-Jahres-Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen von mindestens 10 % aus, eine niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS) einzunehmen, sofern bei ihnen kein erhöhtes Blutungsrisiko bestand.

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