Vater und Tochter in den Pyrenäen verirrt: Fünf Jahre später entdecken Wanderer, was in einer Felsspalte verborgen war.

Vater und Tochter in den Pyrenäen verirrt: Fünf Jahre später entdecken Wanderer, was in einer Felsspalte verborgen war.

Vater und Tochter in den Pyrenäen verirrt: Fünf Jahre später entdecken Wanderer, was in einer Felsspalte verborgen war.

Ihre Herzen rasten. Das konnte kein Zufall sein. Der Rucksack steckte zwischen zwei Felsen, als wäre er aus einer tiefen Spalte gefallen. Das Paar machte Fotos und schickte sie der Gendarmerie, die sofort reagierte. Innerhalb weniger Stunden traf ein spezialisiertes Rettungsteam mit dem Hubschrauber ein und sperrte das Gebiet ab.

Hauptmann Morel, der fünf Jahre zuvor an der ersten Suche teilgenommen hatte, öffnete den Rucksack mit Handschuhen. Darin fand er eine verbeulte Metallflasche, Essensreste in einer Tüte, eine zerknitterte Karte … und etwas, das ihm einen Schauer über den Rücken jagte: Claras blaues Notizbuch, das während der Ermittlungen von allen wiedererkannt worden war.

Der Mediendruck nahm wieder zu. Die Familie wurde alarmiert, und Journalisten beiderseits der Grenze blockierten die Zufahrtswege. Doch der Berg gab nicht so leicht Antworten.

Die Spalte, in der der Rucksack gefunden wurde, war nur fünfzig Zentimeter breit, erstreckte sich aber mehrere Meter nach unten und noch viel höher. Experten zufolge war es möglich, dass Julián versucht hatte, von einem nahegelegenen Punkt abzusteigen, um eine Abkürzung oder einen Unterschlupf zu suchen, und dabei in die Falle geraten war.

Hauptmann Morel war jedoch nicht überzeugt. Irgendetwas stimmte nicht: Der Rucksack war kaum beschädigt und wies keinerlei Spuren eines tiefen Sturzes auf. Außerdem befand sich auf der Karte eine Markierung mit einem Stift, die bei der Untersuchung der Kopien fünf Jahre zuvor noch nicht vorhanden gewesen war.

„Das passt nicht zusammen“, flüsterte Morel einem der Techniker zu. „Wenn Julián das geschrieben hat, nachdem er sich verirrt hatte … müssen wir herausfinden, warum.“

Die Wiederaufnahme der Ermittlungen entwickelte sich zu einem Rätsel. Und was das Team am nächsten Tag bei der tieferen Untersuchung der Spalte entdeckte, veränderte die Interpretation des Falls völlig.

Die Retter begannen ihren Abstieg im Morgengrauen. Sie brachten Seile, Anker und Wärmesensoren an. Der Riss war schmal und feucht, und mit jedem Meter schien das Licht zu schwinden. Das Rauschen des Windes verstummte beim Abstieg und wurde von einer drückenden Stille abgelöst, als wäre die Luft dort jahrhundertelang gefangen gewesen.

Acht Meter weiter fanden sie den ersten wichtigen Hinweis: ein Stück roten Stoff, möglicherweise ein Teil von Juliáns Windjacke. Es war zerrissen, aber nicht durch einen Sturz; vielmehr sah es so aus, als sei es absichtlich zerrissen worden, wie ein Zeichen oder ein Symbol.

„Es war eine bewusste Geste“, sagte Morel. „Julian wollte eine Spur hinterlassen.“

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