Telomere und Schutz vor Krankheiten
Ein weiterer Aspekt, der die Forscher faszinierte, war die Untersuchung ihrer Telomere, jener Strukturen, die die Enden der Chromosomen schützen. Normalerweise wird deren Verkürzung mit dem Alter in Verbindung gebracht, doch im Fall von María beobachteten Wissenschaftler eine Variation, die sie möglicherweise vor schweren Krankheiten, darunter einigen Krebsarten, geschützt hat.
Dr. Esteller erklärte, extreme Langlebigkeit sei das Ergebnis einer Kombination aus „dem, was wir erben, und dem, was wir daraus machen“. Anders ausgedrückt: Es ist eine ausgewogene Mischung aus Genetik und einem gesunden Lebensstil.
Neben ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen hinterließ María auch eine wichtige Botschaft. Nachdem sie im Alter von 113 Jahren COVID-19 überstanden hatte, wurde sie zur ältesten Person, die sich von der Krankheit erholte, und nutzte die mediale Aufmerksamkeit, um der Welt eine wichtige Botschaft mitzuteilen: „Diese Pandemie hat gezeigt, dass ältere Menschen die Vergessenen unserer Gesellschaft sind. Sie haben ihr ganzes Leben lang gekämpft; sie haben es nicht verdient, diese Welt so zu verlassen.“
Weisheit, Humor und ein erfülltes Leben
Ihre Social-Media-Bio beschrieb sie humorvoll: „Sehr alt, aber nicht dumm.“ Sie lebte in Katalonien, umgeben von ihrer Familie – drei Kindern, elf Enkeln und dreizehn Urenkeln – und gab Ratschläge für ein langes und erfülltes Leben. Zu ihren wichtigsten Empfehlungen zählten innere Ruhe, positive Lebenseinstellung, Naturverbundenheit und vor allem der Verzicht auf negative Menschen.
María Branyas Moreras Geschichte ist nicht nur inspirierend, sondern bietet der Wissenschaft auch eine einzigartige Chance, die Geheimnisse der menschlichen Langlebigkeit besser zu verstehen. Ihr Beispiel zeigt, dass ein langes Leben nicht nur von den Genen abhängt, sondern auch von kleinen, alltäglichen Gewohnheiten, der eigenen Lebenseinstellung und vielleicht einem einfachen, aber wirkungsvollen Lebensmittel: einem Joghurt zum Frühstück.