Die hohen Temperaturen dieses Sommers verändern auch unser Nachtleben. Vielerorts hält sich die Hitze lange nach Sonnenuntergang, wodurch die natürliche Abkühlung erschwert wird.
Dies betrifft insbesondere Küstenregionen und rückt aufgrund seiner potenziellen Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden in den Fokus von Experten. Das Phänomen ist präzise definiert und wird seit einiger Zeit in verschiedenen Teilen des Mittelmeerraums beobachtet.
Das Meer spielt dabei eine wichtige Rolle, da es große Mengen an Energie speichern und langsam an die Umgebung abgeben kann. Genau dieses Verhalten des Wassers erklärt einen Teil der Vorgänge an den Küsten. Das Meer erwärmt sich zwar langsamer als das Land, hält aber, sobald es hohe Temperaturen erreicht hat, diese über einen längeren Zeitraum.
Laut den von Mercalli zitierten Daten liegt das Mittelmeer derzeit etwa drei Grad über dem saisonalen Durchschnitt, wobei selbst in den tieferen Wasserschichten hohe Temperaturen gemessen werden. Der Klimatologe Luca Mercalli spricht von sogenannten tropischen Nächten, in denen die Mindesttemperatur nicht unter 20 Grad Celsius sinkt. In manchen Küstenregionen können die Temperaturen jedoch 25 bis 27 Grad Celsius erreichen. „Das Meer ist ein gigantischer Wärmeerzeuger“, erklärt Mercalli und betont, wie warmes Wasser die Luft auch nachts noch beeinflusst. Für den menschlichen Körper kann eine Temperatur von mindestens 27 Grad statt 20 Grad die Erholung im Schlaf deutlich erschweren.
Dies führt zu dem kontroversen Vorschlag: „Paradoxerweise wäre es besser, nicht im Sommer an den Strand zu fahren, sondern im Mai und Juni.“ Es geht nicht darum, auf Badeorte zu verzichten, sondern Zeiträume zu wählen, in denen das Wasser noch kühler und die Nächte erholsamer sind.