Je aktiver Sie bleiben, desto besser schützen Sie Ihre Knochengesundheit. Dr. Pomme Jouffroy
Beckenfraktur bei älteren Menschen: Ist sie gefährlich?
Bei älteren Erwachsenen ist eine Beckenfraktur niemals harmlos. Selbst bei Stabilität und minimaler Verschiebung verursacht sie erhebliche Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit und das Risiko einer längeren Immobilisierung. Die Folgen einer Beckenfraktur können schwerwiegende Auswirkungen auf die Selbstständigkeit und Lebensqualität haben. Manche Betroffene erlangen ihre frühere Unabhängigkeit nie vollständig zurück.
Bei älteren Erwachsenen ist eine Beckenfraktur zudem mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden, insbesondere im Jahr nach der Verletzung. Studien zeigen, dass die Sterblichkeit ein Jahr nach einer Beckenfraktur in der Regel zwischen 15 % und 30 % liegt – ein Wert, der mit dem nach einer Hüftfraktur vergleichbar ist. Diese erhöhte Sterblichkeit steht oft im Zusammenhang mit indirekten Komplikationen wie längerer Immobilisierung, Muskelschwund und Infektionen (Lungen- oder Harnwegsinfektionen).
Deshalb ist die Sturzprävention bei älteren Menschen so wichtig. Dazu gehören einfache Maßnahmen wie:
Entfernen Sie Teppiche aus den Innenräumen,
sichern Sie Böden und Treppen,
achten Sie auf unebene Gehwege
und bleiben Sie regelmäßig körperlich aktiv, um Muskelkraft und Gleichgewicht zu erhalten.
„Körperliche Aktivität regt das Knochengewebe an und verlangsamt Osteoporose. Je aktiver Sie sind, desto besser schützen Sie Ihre Knochenmasse“, betont Dr. Jouffroy.
Ihre Fragen, unsere Antworten
Kann man mit einem Beckenbruch gehen?
„Man muss sich bewegen, aber Gehen ist schwierig“, erklärt Dr. Jouffroy. Bei manchen älteren Menschen, insbesondere wenn der Bruch stabil und nur minimal verschoben ist, ist Gehen mit Hilfsmitteln wie einem Rollator oder Gehstock manchmal möglich. Eine schrittweise Belastung wird empfohlen, um die Mobilität zu erhalten und Komplikationen durch Ruhigstellung zu vermeiden. „Deshalb bringen wir den Patienten sehr schnell auf einen Stuhl und legen Wert auf Mobilisierung und Muskelaufbau“, erklärt der Arzt.
Beckenbruch: Wie lange dauert die Heilung?
Die Heilung eines Beckenbruchs dauert durchschnittlich zweieinhalb Monate. „Bei einem nicht verschobenen Bruch kann die Rehabilitation bereits nach anderthalb Monaten beginnen.“ Die Rehabilitation spielt eine zentrale Rolle. Ihre Ziele sind die Kräftigung der Bein- und Beckenmuskulatur, die Verbesserung des Gleichgewichts und die Wiedererlangung der Fähigkeit, sicher zu gehen. Zur Rehabilitation gehören progressive Mobilitätsübungen und gegebenenfalls die Verwendung von Gehhilfen. „Das Ziel ist, dass die betroffene Person in ihren Alltag vor dem Bruch zurückkehren kann“, erklärt Dr. Pomme Jouffroy.