Die maximale Temperatur, die der menschliche Körper tolerieren kann, hängt von einer Reihe grundlegender Faktoren ab, wie Luftfeuchtigkeit, Einwirkungsdauer, Ruhe oder Aktivität usw. Professor Lewis Halsey von der Universität Roehampton in Großbritannien und seine Kollegen führen spezielle Experimente durch, um die Schwelle zu ermitteln, ab der der Tod eintritt. Ihr Fokus liegt dabei auf dem Grundumsatz.
Der Professor erklärte, dass der Grundumsatz unter heißen und feuchten Bedingungen deutlich ansteigt und die obere kritische Temperatur (UCT) für den menschlichen Körper zwischen 40 °C und 50 °C liegt. Bei Hitze steigen Herzfrequenz, Atemminutenvolumen und Schweißproduktion drastisch an.
Extreme Hitze führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation) und einem Abfall des Blutdrucks. Dadurch muss das Herz deutlich stärker arbeiten, um die Vitalfunktionen aufrechtzuerhalten, was zu Herzrasen (Tachykardie) führt. Dieser Zustand kann, insbesondere bei prädisponierten Personen, in einem Schlaganfall oder Herzinfarkt enden. Bei extremer Hitze kann er jedoch selbst bei kerngesunden Menschen zu Organversagen führen.
Kann der menschliche Körper eine stabile Körpertemperatur von etwa 37 °C nicht aufrechterhalten und steigen die Temperaturen über 42 °C, laufen die enzymatischen (und lebensnotwendigen biochemischen) Prozesse nicht ordnungsgemäß ab. Dadurch werden die Vitalfunktionen beeinträchtigt und ein Überleben unmöglich.
Die von anerkannten Quellen veröffentlichten Daten sind alarmierend. Die Fachzeitschrift „The Lancet“ berichtet, dass die Zahl der hitzebedingten Todesfälle in den letzten 20 Jahren aufgrund der globalen Erwärmung um 68 Prozent gestiegen ist. Die in „Nature Medicine“ veröffentlichte Studie „Hitzebedingte Sterblichkeit in Europa im Sommer 2022“ unterstreicht, dass die Hitzewellen des Sommers 2022, der heißeste in der europäischen Geschichte, 61.000 Todesfälle verursachten.
Weiter »
« Zurück